Erstens: Aufmerksamkeit für Details und Service, Kunden aktiv anziehen
Angesichts eines insgesamt schwachen Home- & Living-Marktes erleben viele Sanitärunternehmen „leere“ Verkaufsflächen, während einzelne Markenshops selbst an Werktagen stark besucht sind. Wie kommt es zu dieser Zweiteilung?
Einerseits spielt die eigene Markenstärke eine entscheidende Rolle bei der Kundenanziehung. Gerade für junge Zielgruppen hat die emotionale Wirkung einer Marke oft eine stärkere Anziehungskraft als die reine Funktionalität eines Produkts, da viele dem Anspruch folgen, „Protagonist und Gestalter ihres eigenen Lebens“ zu sein.
Andererseits liegt der Erfolg im Detail und im Service. Von der eigenständigen Mitgliedsregistrierung im Geschäft oder über WeChat über Einkaufstaschen mit doppelten Tragegriffen und individueller Kennzeichnung bis hin zu einem ganzheitlichen Erlebnis in unterschiedlich gestalteten Muster-Räumen – alle Elemente sind auf Komfort und Nutzererlebnis ausgelegt. Auch das selbstständige Ausfüllen von Einkaufslistsystemen, detaillierte Materialbeschreibungen, die Präsentation von Produktionsprozessen vor Ort sowie umfassende Dienstleistungen wie Lieferung, Wartung und persönliche Beratung tragen dazu bei. Diese Details, Services, Convenience und das Gesamterlebnis sind zentrale Entwicklungsrichtungen der Sanitärbranche.
Zweitens: Einfachheit und Ästhetik als neuer Trend im Einklang mit dem Markt
Junge Menschen stellen die wichtigste Käufergruppe im Bereich Bau- und Wohnmaterialien dar. Der europäische Stil gilt traditionell als luxuriös und elegant und war lange Zeit bei vielen Konsumenten beliebt. Doch der Markt ist nicht statisch. Da viele Unternehmen weiterhin stark auf europäische Designs setzen, tritt zunehmend das Problem der „Homogenisierung“ auf, wodurch viele Marken ihre individuelle Differenzierung verlieren. Gleichzeitig sind die Preise europäischer Produkte gestiegen, während die wahrgenommene Qualität teilweise gesunken ist, was sich negativ auf Markenimage und Vertrauen auswirkt.
Parallel dazu entwickelt sich neben dem opulenten, dekorativen europäischen Stil ein neuer Trend: „Schlichtheit und Ästhetik“. Dieser gewinnt zunehmend an Bedeutung und eröffnet Unternehmen neue Entwicklungswege. Viele Konsumenten äußern, dass schlichte Designs besonders gut zu modernen Wohnverhältnissen passen: „Die meisten jungen Menschen haben begrenzte finanzielle Möglichkeiten, und kleine Wohnungen sind oft die Realität. Klare, schlichte Farben vermitteln ein Gefühl von Ruhe und Entspannung, sind funktional und bieten hohe Praktikabilität. Hochwertige Produkte mit guter Verarbeitung sind heute das wichtigste Kriterium bei der Auswahl von Sanitärprodukten.“
Diese Aussagen spiegeln eine klare Veränderung im Konsumverhalten wider: weniger Überladung, mehr Qualität, Funktionalität und Alltagstauglichkeit.
Drittens: Trends setzen – Erlebnisorientierte Freiraumkonzepte werden bevorzugt
Derzeit orientieren sich viele Sanitärunternehmen eher am Markttrend, anstatt selbst Trends zu setzen. Statt eigenständige Innovationen zu entwickeln, werden häufig bestehende Markttrends übernommen. Dadurch gehen Differenzierung und Wiedererkennungswert verloren, was langfristig die Kundenbindung und Wettbewerbsfähigkeit schwächt.
Ein weiterer Schwachpunkt ist das Konzept des „freien, erlebnisorientierten Einkaufens“. Viele Unternehmen konzentrieren sich stark auf Verkauf und Produktpräsentation, vernachlässigen jedoch die aktive, erlebnisbasierte Kundenführung. Verbraucher berichten häufig, dass klassische Verkaufsflächen zwar viele Produkte zeigen, jedoch keine echte „Eintauch-Erfahrung“ bieten. Informationen stammen meist nur von Verkaufspersonal oder Produktbroschüren, während ein echtes Verständnis für Anwendung und Nutzen fehlt.
Daher wächst der Bedarf an einem freien, komfortablen und erlebnisorientierten Einkaufserlebnis im stationären Handel. Dies stellt eine der zentralen Erwartungen moderner Konsumenten dar.
Insgesamt befindet sich der Sanitärmarkt in einer Phase der Umstrukturierung und Neuausrichtung. Unternehmen, die es schaffen, durch Markenaufbau, Designinnovation und erlebnisorientierte Konzepte neue Szenarien zu schaffen, können sich erfolgreich von der Konkurrenz abheben. Der Wandel von passivem Reagieren hin zu aktiver Marktgestaltung, die gezielte Nutzung von Kundenbedürfnissen sowie die konsequente Optimierung von Service, Details und Nutzererlebnis sind entscheidend, um wieder hohe Kundenfrequenz und nachhaltigen Markterfolg zu erzielen.